Auch als kleine Gemeinschaft muss man sich nicht selbst genügen, sondern profitiert von der Ergänzung und Zusammenarbeit mit anderen.

Wenn in Häusern neue liebevolle Gemeinschaften entstehen, brauchen sie zu Beginn Zeit für sich selbst. Vieles ist neu. Vieles wird entdeckt. Vieles wird zur eigenen DNA. Menschen wachsen in ihrer Beziehung zu Gott und zu den anderen in ihrer Gruppe. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem Gemeinschaften entdecken, dass es auch noch andere gibt, die genauso unterwegs sind wie sie selbst. Über die Gründer der neuen Gemeinschaft wird die Verbindung zu anderen Gemeinschaften in der Umgebung aufgebaut. Idealerweise direkt vor Ort.

Häuser vor Ort verbinden

Zweierlei ist uns wichtig:

  1. Jede Gruppe soll mündig werden, also selbstverantwortlich Jesus nachfolgen und ein stabiles, gesundes Zuhause für die einzelnen Christen bieten. Ist das so, wird die Gruppe eine ausgewogene Ausrichtung nach innen und außen haben und Verantwortung für ihre Umgebung übernehmen und sich vervielfältigen.
  2. Jede Gruppe soll Teil eines wachsenden Netzwerks sein. Im Netzwerk lernt man von anderen Gruppen, man teilt geniale Erfahrungen, Nöte und Sorgen und blickt über den eigenen Tellerrand hinaus.

Im Weserbergland fassen wir mehrere Hausgemeinschaften eines Ortes zu einer Ortsgemeinschaft zusammen, die sich ein- bis zweimal im Monat trifft. Hier haben die Leitungsgaben ihren Platz. Menschen übernehmen Verantwortung, um einzelne Gruppen voranzubringen, zu fördern oder auch zu korrigieren. Das geistliche Zuhause ist und bleibt aber das „Haus“, in der gegenseitigen Ermutigung, Zusammenhalt und ein geteiltes Leben erfahren wird – das ist uns sehr wichtig.

Teil von etwas Größerem

Auf Ortsebene können einzelne Gruppen in besondere Projekte eingebunden werden – wenn sie sich in der Nähe eines „weißen Flecks“ auf der Landkarte befinden, beispielsweise einem größeren Ort, in dem es noch keine Gruppen gibt. Gute Erfahrungen haben wir auch damit gemacht, dass mehrere Gruppen ein gemeinsames Projekt angehen, in dem sie dem Ort dienen oder einer besonderen Not begegnen. Durch die größere Zahl von Menschen kann mehr erreicht werden und Gaben und Knowhow mehrerer Gruppen ergänzen sich.

Verbunden über Leitende

Auf regionaler Ebene haben wir in den letzten Monaten und Jahren viel ausprobiert und viele Erfahrungen gesammelt, die dann wiederum unseren weiteren Weg bestimmt haben. Das fühlte sich oftmals an wie eine „Operation am lebenden Objekt“ und wir sind dankbar für die Geduld unserer Geschwister, die mit uns diesen Weg gehen.

Ein Beispiel war unser Netzwerkgottesdienst: Zu Beginn trafen sich alle acht Wochen, später einmal im Quartal alle Gruppen zu einem zentralen Gottesdienst. Nach einer geistlichen Zeit gab es immer ein gemeinsames Essen und viel Austausch. Dennoch stellte sich echte Verbundenheit in der Region nur sehr bedingt ein, was auch daran lag, dass wir ganz schön viele Menschen auf einem Haufen waren. Manchen war irgendwann der Weg zu weit, andere blieben lieber in ihrer Gruppe unter sich. Wir wälzten das Neue Testament, stellten viele Überlegungen an und starteten schließlich stattdessen „Arbeitertreffen“, zu denen wir alle sechs bis acht Wochen alle Personen zusammenholen, die Verantwortung für andere übernehmen. Wir trainieren uns gegenseitig, ermutigen, ermahnen, fordern uns heraus und beten füreinander. Die Folge ist, dass die Region nun über die Leiter verbunden ist.

Gebetsanliegen und Gebetserhörungen werden in den Gruppen weitergegeben und Gott bekommt nicht nur von einer Gruppe, sondern von vielen ein Dankeschön zu hören. Als gesamte Region kommen wir mittlerweile nur noch einmal im Jahr zu unserem „Netzwerktreffen“ zusammen, bei dem wir uns ein ganzes Wochenende lang Zeit für Gott und füreinander nehmen.

Foto von Priscilla Du Preez

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